Rubrik: Prävention / Wie Perfektionismus Depressionen und Suizidgedanken begünstigen kann – Der Druck, immer „gut genug“ sein zu müssen, und wie man sich davon befreit
- Mario Dieringer
- 7. Okt. 2025
- 4 Min. Lesezeit

1. Perfektionismus – Fluch oder Tugend?
Perfektionismus wird oft als positive Eigenschaft angesehen. Menschen, die hohe Maßstäbe an sich selbst haben, werden bewundert. Sie streben nach Exzellenz, nach Anerkennung, nach dem Gefühl, alles richtig zu machen. Doch was passiert, wenn dieser Anspruch zur Last wird? Wenn der Druck, immer „gut genug“ zu sein, so erdrückend wird, dass er zu Selbstzweifeln, Erschöpfung und Depressionen führt?
Perfektionismus ist ein Risikofaktor für psychische Erkrankungen – und kann in schweren Fällen sogar zu Suizidgedanken führen. Aber warum ist das so? Und wie kann man lernen, sich von diesem zerstörerischen Anspruch zu befreien?
2. Warum Perfektionismus in Depression und Suizidalität führen kann
2.1. Die ständige Angst vor dem Versagen
Perfektionisten setzen sich selbst unter enormen Druck. Fehler sind für sie keine Lernprozesse, sondern persönliche Niederlagen. Sie definieren ihren Wert über Leistung – und das führt zu einer ständigen inneren Anspannung.
🔹 Gedanken eines Perfektionisten:
„Ich darf mir keine Schwäche erlauben.“
„Nur wenn ich perfekt bin, werde ich geliebt.“
„Wenn ich scheitere, bin ich wertlos.“
Diese Denkweise ist nicht nur kräftezehrend, sondern kann langfristig in eine Depression münden.
💡 Fazit: Perfektionismus führt zu einem ständigen Gefühl der Unsicherheit – man fühlt sich nie gut genug.
2.2. Das „Alles-oder-Nichts“-Denken
Perfektionisten denken oft in Extremen: Entweder perfekt oder völliges Versagen. Dieses Schwarz-Weiß-Denken ist ein Kernmerkmal von Depressionen und kann zu einer tiefen Hoffnungslosigkeit führen.
🔹 Beispiel:
„Ich habe diese Prüfung nicht mit Bestnote bestanden – also bin ich dumm und unfähig.“
„Ich habe einen Fehler gemacht – das bedeutet, dass ich nie erfolgreich sein werde.“
Diese Denkmuster verstärken das Gefühl von Wertlosigkeit – und genau das ist ein Nährboden für Suizidgedanken.
💡 Fazit: Wer sich nur in Extremen wahrnimmt, sieht irgendwann keinen Ausweg mehr.
2.3. Perfektionismus und Suizidgedanken – die gefährliche Verbindung
Studien zeigen: Perfektionismus ist ein direkter Risikofaktor für Suizidalität. Menschen mit extrem hohen Selbstansprüchen empfinden Fehler oft als persönliche Katastrophen und sehen keine Alternative, wenn sie diesen Ansprüchen nicht mehr gerecht werden können.
🔬 Wissenschaftliche Erkenntnisse:
Perfektionisten haben ein höheres Risiko für Depressionen, Angststörungen und Essstörungen.
Perfektionismus ist ein starker Prädiktor für Suizidalität, besonders in Kombination mit sozialem Druck.
Je stärker der Perfektionismus, desto größer das Gefühl der Isolation und Verzweiflung.
💡 Fazit: Perfektionismus ist nicht nur eine „Charaktereigenschaft“, sondern kann zu ernsthaften psychischen Krisen führen.
3. Wie man sich vom zerstörerischen Perfektionismus befreit
3.1. Den inneren Kritiker entlarven
Der erste Schritt ist, sich bewusst zu machen, wie Perfektionismus die eigenen Gedanken steuert.
🔹 Fragen zur Reflexion:
Wäre ich bei anderen Menschen genauso streng wie bei mir selbst?
Was passiert wirklich, wenn ich nicht perfekt bin?
Woher kommt der Druck – von mir oder von außen?
💡 Erkenntnis: Perfektionistische Gedanken sind oft irrational – und genau hier kann Veränderung beginnen.
3.2. Kleine Fehler bewusst zulassen
Wer Perfektionismus abbauen will, muss lernen, Fehler als Teil des Lebens zu akzeptieren.
✅ Beispiel-Übungen:
Schreibe eine E-Mail ohne sie 10-mal zu überprüfen.
Male ein Bild und erlaube dir, über die Linie zu zeichnen.
Lasse bewusst eine Aufgabe unperfekt, aber funktional erledigt.
💡 Ziel: Erleben, dass die Welt nicht untergeht, wenn etwas nicht perfekt ist.
3.3. „Gut genug“ statt „perfekt“
Ein wichtiger Schritt ist, das eigene Anspruchsdenken zu hinterfragen.
🔹 Neue Denkweise:
„Ich muss nicht perfekt sein, um wertvoll zu sein.“
„Ein Fehler macht mich nicht zu einem Versager.“
„80 % reichen – ich muss nicht alles zu 100 % erledigen.“
💡 Erlaubnis zur Unvollkommenheit bedeutet Freiheit.
3.4. Hilfe annehmen – Perfektionismus in der Therapie auflösen
Perfektionismus ist tief verankert – oft über Jahre hinweg erlernt. In vielen Fällen kann es hilfreich sein, therapeutische Unterstützung in Anspruch zu nehmen, um diese Denkmuster zu durchbrechen.
✅ Therapieansätze gegen Perfektionismus:
Kognitive Verhaltenstherapie (CBT): Hinterfragt destruktive Glaubenssätze.
Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT): Fördert den Umgang mit Fehlern.
Selbstmitgefühlstraining: Lässt Perfektionisten lernen, sich selbst mehr zu akzeptieren.
💡 Wichtig: Es ist ein Prozess – aber Perfektionismus ist nicht unveränderbar.
Fazit: Du bist nicht deine Leistung – du bist wertvoll, weil du existierst
💡 Zusammenfassung:
✅ Perfektionismus kann zu Depressionen und Suizidgedanken führen, weil er mit unerfüllbaren Erwartungen verbunden ist.
✅ Fehlertoleranz ist der Schlüssel, um den inneren Druck zu reduzieren.
✅ „Gut genug“ ist gut genug – und das ist nicht nur okay, sondern gesund.
✅ Hilfe anzunehmen ist kein Zeichen von Schwäche – sondern von Mut.
💡 Leben bedeutet nicht, perfekt zu sein. Leben bedeutet, menschlich zu sein.
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