#psychisch erkältet

Erscheinungsdatum Juni / Juli 2020 

Im Juni 2020 ist es soweit und mein Buch #psychisch erkältet kommt auf den Markt. Zunächst als EBook und etwas später wird die gedruckte Version erhältlich sein. 

Nachfolgend findest du als Leseprobe, die Kapitel
"Suizidversuch mit 9" und "Dem Leben einen neuen Sinn geben"


Derzeit befindet es sich noch im Lektorat. Alle Beteiligten arbeiten mit Hochdruck an der Fertigstellung, rechtzeitig zum diesjährigen Start von
TREES of MEMORY am 12.6. und meinem weiteren Lauf durch Deutschland.

Du hast die Möglichkeit Dich nachfolgend, in eine Email-Liste einzutragen und unverbindlich Dein Interesse an dem Buch zu bekunden. Sobald es erhältlich ist, bekommst du von mir eine Email, mit dem entsprechenden Link zu den Bezugsquellen. 

Ich bitte um eine Mitteilung, sobald das Buch "#psychisch erkältet" erhältlich ist.

Leseprobe #psychisch erkältet - von Mario Dieringer 

Suizidversuch mit 9

 

Ich war keine zehn Jahre alt und schon ein gebrochener Bub. Meine Tagträume vom Leben und Reisen in alle Länder dieser Erde machten die Tage erträglich. Die Hoffnung, dass es in ferner Zukunft besser sein würde, bewahrte mich vor Dummheiten. Aber es gab Momente, reichlich davon, in denen mein Lebenswille erlosch. Vor allem wenn ich feststellte, dass keine der Bemühungen die Ergebnisse der mir aufgetragenen Arbeiten etwas änderten oder zu nennenswerten Erfolgen führten.

 

Der Tiefpunkt war im Sommer 1975 erreicht. Mit neun Jahren hatte ich keine Perspektive mehr und ich zählte die Wochen meines Lebens anhand der Anzahl der Schläge ab. Ich hatte erneut eine Handvoll Prügel hinter mir. Der Alte war besoffen nach Hause gekommen und bei der anschließenden Gartenarbeit, die er mit literweise Weinschorle versüßte, konnte ich nichts richtig und gut genug ausführen. Später am Abend hat er mit einem vollen Senfglas nach meiner Mutter geworfen und bis spät in der Nacht wurden Türen geschlagen. Die beiden schrien um die Wette und unter Androhung von Gewalt verharrten wir alle vor dem Fernseher. Die Atmosphäre war vergiftet wie eh und je und den Umständen entsprechend mies. Als die beiden sich keifend eine Schrei-Schlacht geliefert haben, bin ich vom Sofa aufgesprungen und habe gebrüllt und geheult. „Könnt ihr nicht einmal aufhören, Euch anzuschreien!?“ Ich habe es einfach nicht länger ertragen. Wutentbrannt sprang der Alte vom Sofa auf und prügelte auf mich ein, bis ich in der Wohnzimmerecke lag und keinen Mucks mehr von mir gegeben habe.

Am folgenden Tag bin ich mit meinem dunkellila-Glitzer-Rollkragenpullover in die Schule gegangen. Der Unterricht war täglich um kurz nach zwölf zu Ende. Damals hat meine Mutter nur wenige Meter von unserem Haus entfernt in einem Keller, zusammen mit ein paar anderen Frauen, als Näherin gearbeitet. Wenn ich von der Schule kam, holte ich sie ab und es gab ein schnelles Mittagessen. Danach ist sie wieder arbeiten gegangen. Als sie an diesem Tag fort war, habe ich einen Zettel genommen und mit Bleistift einen Abschiedsbrief geschrieben. „Ich kann nicht mehr und ihr seid schuld“, habe ich mit krakeliger Schrift geschrieben. Den Zettel steckte ich unter das Kopfkissen. Anschließend bin ich mit meinem kleinen orangefarbenen Kinderfahrrad einmal quer durch das Dorf gefahren. Dort gab es einen Steinbruch. Damals waren solche Stellen frei zugänglich und niemand musste vor sich selbst beschützt werden. Nie ist etwas passiert. Das war unser Abenteuerspielplatz, den ich oft zusammen mit Freunden aufgesucht hatte. Wir kletterten die Steilwand hoch, spielten Verstecken. Waren wir nicht im Steinbruch, sind wir mit Taschenlampen bewaffnet kilometerweit in den großen Rohren unterwegs gewesen, in denen der dorfeigene Bach, die Starzel, floss.

Ich kannte die bröckelige Felswand in- und auswendig und es war klar, dass ich hoch oben über die steile Bruchkante in die Tiefe springen konnte. Ich würde mindestens 50 Meter fallen, aufschlagen, mir das Genick brechen und wäre tot. Mein Fahrrad hatte ich zwischen den Büschen versteckt. Ich wollte nicht gleich gefunden werden. Ich machte mich an den Aufstieg, den ich zu diesem Zeitpunkt bereits unzählige Male absolviert hatte. Mein Herz schlug lauter als jeder Presslufthammer. Ich wollte tot sein, aber nicht sterben. Ich wollte springen, aber keine Schmerzen haben. Eigentlich wollte ich nur weg. Raus aus dieser Familie, die keine war. In den  Wochen zuvor hatte ich oft unter Tränen davon gesprochen, in ein Internat zu wollen. Selbstverständlich kam das nicht in die Tüte. Wir waren arme Schlucker. Wie sollten sich ein Maurer und eine ungelernte Näherin ein Internat leisten können? Eine elitäre Bildungseinrichtung für einen Träumer, der nicht mal anständig rechnen konnte und zu doof war, das Einfachste zu begreifen?
Ich hatte keine Zukunft mehr.

Da saß ich. Hoch oben baumelten meine kurzen Beine über den Rand und je länger ich in die Tiefe starrte und vorsichtig Millimeter für Millimeter über den Rand rutschte, umso größer wurde meine Angst. Kein Film, der vorbeizog, ja nicht einmal Tränen. Weinen bedeutet Atmen und Luft ist Leben. Nein, ich wollte nicht mehr leben. Aber was wäre dann? Ich war nicht in der Lage, mir darüber Gedanken zu machen, denn für philosophische Fragen war ich schlicht zu jung. Ich wollte nicht mehr geschlagen werden. Ich habe um Eltern gebettelt, die mit mir lachen und mich mit einer Umarmung begrüßen. Ich träumte von Kissenschlachten, Liebe und nur einem einzigen Augenblick lang das Gefühl von tief verwurzelter Innigkeit. Ich sehnte mich nach einem Blick, der mir sagte: „Ich bin immer für dich da. Vertrau mir.“ Ich habe diesen Ausdruck nie gesehen, bis heute nicht. Nicht von meinen Eltern, der Schwester, von niemandem aus der Familie.
 

Meine Angst war zu groß. Was, wenn sie rausfänden, dass ich versuchen wollte, das junge Leben so grausam zu beenden? Was wenn es klappt und ich sterbe? Käme ich dann in die Hölle? Wäre es im ewigen Fegefeuer wahrhaftig schlimmer als hier auf Erden? Stundenlang saß ich mit baumelnden Beinen hoch oben und sah den Steinchen zu, die ich in die Tiefe warf. Ich rappelte mich schließlich auf. Im Stehen zu springen war unproblematischer, als sich sitzend in den Abgrund zu stoßen.

Gefühlt stand ich eine Ewigkeit da und kämpfte gegen den Schwindel an. In diesen Momenten kamen so viele Fragen auf. Was, wenn ich nicht tot sein würde, sondern gelähmt? Es gelang mir nicht, die immense Furcht vor dem Scheitern des Sterbens zu überwinden. In Windeseile kletterte ich die Felsen hinab, schnappte das Fahrrad und raste wie ein Blitz nach Hause. Es war spät. Der dauerbesoffene Alte und die Mutter würden bald zu Hause sein. Auf keinen Fall durfte der Abschiedsbrief gefunden werden.


Ich stand im Bad und rieb mir den Schweiß vom Leib, als wenige Minuten darauf, fast zeitgleich beide Eltern nach Hause kamen. Damals war das Duschen unter der Woche untersagt. Gebadet wurde ausschließlich am Samstag. Vier Personen teilten sich nacheinander einmal Badewasser.

​Der Alte hatte an diesem Abend eine besondere Idee und überraschte uns mit einem Essen, das er ständig zu sich nahm. Ich würge nach wie vor, wenn ich mir die Erinnerungsbilder vor Augen führe. Geräucherte Schweineohren und ein Schweineschwanz sollten mit scharfem Senf und frischem Brot verdrückt werden. Man kaut auf haarigen Knorpeln rum. Ich verschwand dann mal in mein Zimmer, täuschte Bauchschmerzen vor und blieb lieber hungrig.

Copyright Text: Mario Dieringer - Copyright Illustrationen: Rautie

Dem Leben einen neuen Sinn geben

 

Wer eine Partnerin, einen Partner, ein Kind, ein Geschwister oder ein Elternteil unerwartet und ohne Vorwarnung verliert, erlebt oft, von einer Sekunde auf die andere, wie sich das Leben dramatisch verändert. Nichts ist mehr so, wie es einmal war und im Fall von einem Suizid spüren die Angehörigen, dass die Welt nie wieder dieselbe sein wird.

 

Nach dem Suizid von Jose habe ich das ebenfalls erlebt. Ich hatte das Gefühl, dass alles um mich herum und in mir implodiert. Ich wusste sofort, dass dies die gewaltigste Zäsur aller Zeiten ist.

 

Geplagt von erneut einsetzender Suizidalität aufgrund meiner Selbstvorwürfe, extremen Panikattacken und Depressionen, die an Schwärze und Mächtigkeit kaum zu überbieten waren, konnte ich für fast sechs Monate die Wohnung nur selten verlassen. Es war so schlimm, dass Freunde für mich einkaufen gegangen sind.

 

Ich habe mehr oder weniger sechs Monate lang Tag und Nacht geheult. Der Schmerz und die Trauer waren immens. Aber das Schrecklichste aller Gefühle war, dass ich keinen Sinn mehr fühlte, um weiter zu machen. Es gab nichts mehr, wofür es sich lohnte, leben zu wollen. Die Freunde, mein Job, meine Familie, nichts spielte mehr eine Rolle. Selbst mein kleines Obdachlosenprojekt „die Winter-Stricker“ verloren sich im Nichts der Bedeutungslosigkeit.

 

Es war jetzt nicht so, dass ich zuvor ein Leben geführt hatte, das mit großem Sinn angereichert war. Ich bin den Dingen nachgegangen, die ich liebte. Ein wenig schreiben, lesen, reisen, Freunde, Arbeit, Party, keine Kinder, keine Familie, für die ich sorgen muss, keine Familie, die sich groß kümmert .... That ́s it. Bedeutungslos und nichts Aufregendes ..... das war der Lebensinhalt und plötzlich war er weg.

 

Das Leben hat in der Sekunde, in der ich die Todesnachricht erhalten habe, jede Sinnhaftigkeit verloren. Ein Blick in die Zukunft offenbarte nichts als unendliche Schwärze. Irgendwann einfach weiter zu machen wie bisher, war und ist bis heute undenkbar.

 

Dann kam der Tag, als frühmorgens unter der Dusche, Trees of Memory als Full- Package geliefert wurde, wie ich es nenne. Unerwartet war diese komische Idee in meinem Kopf. Zunächst dachte ich, dass ich jetzt wirklich durchgedreht bin, doch Stunden später war mir klar: Mario, entweder Du machst das oder du bist in spätestens vier Wochen tot. Ich hatte keine Alternative und das empfinde ich nach wie vor so.

 

Wenige Wochen später, als ich mit TREES of MEMORY an die Öffentlichkeit ging und genauso viele Menschen fasziniert wie entsetzt waren, durfte ich das Projekt bei der jährlichen Sitzung des Frankfurter Netzwerkes für Suizidprävention präsentieren. Dort habe ich den Schirmherrn, Dr. Walter Kohl, kennengelernt. Niemand lachte mich aus, im Gegenteil. Ich erfuhr sofort Unterstützung. Bei einem späteren gemeinsamen Abendessen sagte Walter beiläufig: „Du kennst doch bestimmt das Buch von Viktor Frankl „Trotzdem ja zum Leben sagen: Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager“.

Ähm ... Kannte ich nicht.

Viktor Emil Frankl war ein österreichischer Neurologe und Psychiater. Er begründete die Logotherapie und Existenzanalyse, die als die „Dritte Wiener Schule der Psychotherapie“ bezeichnet wird. Er überlebte als Jude den Holocaust in den Konzentrationslagern Dachau und Ausschwitz. In diesem Buch beschreibt er, wie sich die menschliche Seele und Psyche wandelt, wenn man unter solchen Bedingungen Jahre verbringt. Das einzige, was diese Menschen davon abgehalten hat, sich umzubringen oder den umgehenden Mord an sich selbst zu provozieren, war nichts weiter als die Hoffnung. Die Erwartung, das alles zu überstehen, befreit zu werden, die Familie wieder zu haben, zurück ins Leben zu können.

 

Dann wurden die Gefangenen befreit. Und sie stellten fest, dass alle Familienmitglieder ermordet waren. Sie kamen in die Städte, die dem Erdboden gleichgemacht waren und hatten keinerlei Wohnung oder Besitz mehr. Sie waren umgeben von Menschen, die sie, trotz allem, lieber tot als lebendig sahen, umgeben von Nazis und Verrätern und kaum ein Land wollte sie aufnehmen. Es war weg, was sie am Leben erhalten hatte: Die Hoffnung.

 

Viele dieser Menschen haben die Jahre danach nicht überlebt. Doch anderen gelang, was man sich fast nicht vorstellen konnte. Sie lebten wieder auf, sie gründeten Familien, sie konnten wieder lachen und sind alt geworden. Diese Menschen waren in der Lage, ihrem Leben einen neuen Sinn zu geben.

Sinnzentrierung nennt es Viktor Frankl.

 

Ohne dieses Buch zu kennen, habe ich oder hat meine Seele, wer weiß das schon, genau das gemacht. Meinem Leben wurde ein neuer Sinn gegeben. Einer, der weit über das hinaus geht, was ich früher hatte. Ich habe keine Sekunde daran gezweifelt, dass es mir gut tun würde, wenn ich Trees of Memory umsetze. Mein Herz und meine Gefühle sagten mit überraschender Leichtigkeit: Mach es.

 

Lediglich mein Verstand sprang im Viereck und schrie den ganzen Tag, dass ich vollkommen verrückt geworden sei. Ich habe immer wieder Panikattacken bekommen und dann schaltete sich etwas in mir ein und sagte: Vertrau darauf. Folge Deinem Herzen. Mach es und Du wirst schon sehen. Das habe ich dann getan und so änderte sich alles in meinem Leben. Es ist sogar so weit gekommen, dass ich die Medikamente zur Depressionsbehandlung, die ich vier Jahre lang genommen habe, ausschleichen lassen konnte.

 

Seit März 2018 wandere ich durch Deutschland als erste Etappe auf meinem Weg um die Welt und habe bisher rund zwei Dutzend Bäume der Erinnerung gepflanzt. Zuvor gab es Menschen, die so fasziniert waren, dass sie einen Verein gegründet haben, der nach nur einem Jahr seine Mitgliederzahl verdoppelt hat und zwischenzeitlich aktive Unterstützung für Hinterbliebene anbietet. Ich laufe Tag für Tag durch die Welt und ich habe so oft Tränen in den Augen, weil ich dankbar bin, dass ich das machen darf und all diese Menschen treffe und ich wieder am Leben bin.

 

Ich habe für dieses Projekt alles aufgegeben. Ich habe alles verschenkt oder verkauft, was ich hatte und meine Mietwohnung aufgelöst. Mein gesamter Besitz passt in 5 Umzugskartons. Ich hatte die Vorbereitungszeit für das Gefühl, dass ich mit dem Loslassen meiner Habseligkeiten in Vorleistung gehe und dafür etwas Tolles bekommen werde. Das Gefühl habe ich immer noch, obwohl das Besondere schon lange Teil meines jetzigen Weges ist. Ich habe ein großes Geschenk erhalten, wenn ich die Ereignisse der letzten zwei Jahre betrachte. In Worte fassen lässt sich das nicht.

Dem Leben einen neuen Sinn zu geben, hat mir das Leben gerettet. Das war schwierig und in meinem Fall war das so radikal und endgültig, wie der Suizid von Jose. Aber das, was ich jetzt umsetze, erfüllt mich mehr, als jedes Gehalt der Welt. Und es passt zu mir, auch seiner extremen Ausrichtung wegen.

 

Man muss nicht alles aufgeben, aber man kann. Man muss nicht die Welt retten wollen, gegebenenfalls genügt die Hundezucht, von der man seit Jahren träumt. Stricken für Obdachlose ist genauso hilfreich wie Müll sammeln am Strand. Die Gründung einer eigenen Familie, eines Vereins oder einer Stiftung ist sinnstiftend. Die Mitarbeit in einer Organisation kann das Leben neu ausrichten. Davon berichten manche Vereinsmitglieder, die mit reichlich Enthusiasmus und Einsatz den Verein TREES of MEMORY e.V. vorwärtsbringen und ausbauen. Wir suchen übrigens weiter Menschen, die als Ansprechpartner für unsere „Ersten Anlaufstellen“ ehrenamtlich tätig sein wollen oder den Verein auf andere Weise unterstützen mögen.

 

Alles ist möglich. Es gilt, den Sinn zu finden, der einen die Dramen vergessen lässt, der einen mit Leichtigkeit erfüllt und der das Leben neu ausrichtet und zentriert. Du musst Dein Projekt, Deinen Plan, die neue Aufgabe und die Sinnhaftigkeit nur fühlen, und das mit einer Mächtigkeit, die keine Zweifel aufkommen lässt. Die Macht, die Dir die Kraft gibt all das zu tun, was notwendig ist, um Deine neue Aufgabe mit Haut und Haar leben zu können, wird laut und deutlich an Deine Tür klopfen. Es ist gleich, ob das was Großes oder was Kleines, was Extremes oder was Normales ist. Wichtig ist, dass es Deins ist.

 

Ich habe gelernt, dass es darauf ankommt, welche Antwort man auf die finsteren Aufgaben findet, die einem das Leben so erbarmungslos präsentiert. Wenn der schwarze Engel ums Eck kommt und einen mächtig in die Fresse haut, will er Antworten hören und sehen. Diese Erkenntnis hat mir das Leben gerettet und lässt mich heute wieder lachen leben und lieben.

 

Ich glaube, dass es gar nicht so schwer ist, einen Sinn zu finden, wenn man sich fragt, wofür das eigene Herz brennt und wie man das mit anderen Dingen kombinieren kann. Ich glaube nicht, dass man am Schreibtisch sitzen kann und eine Bedeutung erfindet, die nicht spürbar ist, wie man das mit einer Marketingstrategie machen würde. Ich denke, dass man das Herz öffnen und hineinfühlen kann. Kontakt aufnehmen mit dem Selbst, der Seele oder wie man das nennen mag. Das klingt jetzt furchtbar abstrakt oder abgehoben. Aber das ist es gar nicht. Man braucht nur ein wenig Mut, das zuzulassen. Wenn Dir das gelingt, dann wirst Du feststellen, dass es Dir nicht mehr wichtig ist, wie hoch Dein Gehalt ist oder ob die Wohnung klein oder groß ist, weil sich alles darum dreht, das tun zu können, was Du fühlst und was Dich erfüllt.

 

Ja sagen zum Leben, indem man ihm einen neuen Sinn gibt. Mitunter helfen Dir dabei sogar Dein Verlust und Dein Schmerz. Es ist möglich, diese Gefühle zu verwandeln und dann lähmen sie dich nicht mehr, sondern geben Dir die Energie, die es braucht, aufzustehen und weiter zu gehen.

 

Mache dir keine Sorgen darüber, was andere denken. Ich nerve ebenfalls viele, auch Freunde. Doch keiner von ihnen ist jemals in meinen Schuhen gelaufen. Kümmere Dich nicht um die anderen. Es geht um Dich allein, denn Du liegst abends in Deinem Bett und wirst fühlen, wie es Dir geht. Du wirst sehen, wie viel positives Feedback Du von anderen bekommen wirst. Die Genervten leben ihr sorgloses Leben, das ihnen gegönnt ist, aber nicht Deines ist. Loslassen bedeutet unter anderem, sich von Menschen zu trennen, die Dein Leben bestimmen oder verändern wollen oder aus egoistischen Gründen genervt sind. Menschen, die mit ihrer egozentrischen Negativität Dein Leben nicht bereichern, nicht unterstützen, sondern dir schaden. Niemand von uns muss sich das zum Problem machen. Es geht um Dich, Dein Leben, Deine Gesundheit, Deine Zukunft und Dein Glück.

 

Die Hoffnung und der Schlüssel zum Heil liegen ausschließlich in Dir selbst begraben. Es gilt, sie zu finden. Deinem Leben einen neuen Sinn zu geben, wird Dir dabei helfen.

 

Wenn Du jemanden verloren hast, wird das Leben nie wieder so sein, wie es einmal war, es wird sich neu ausrichten, andere Qualitäten bekommen und Dich so manches schmerzlich vermissen lassen. Aber es wird wieder gut. Qualvolle Erinnerungen dürfen ein Teil davon sein.

 

Sag ja zum Leben. Das kann Dir niemand abnehmen.

Copyright Text: Mario Dieringer