Ich habe gelernt...


Meine Lieben,

es ist der letzte Tag im Jahr und heute Nacht werden wir alle mehr oder weniger glückselig in das neue Jahr rutschen. Ich kann immer noch kaum glauben, wie schnell 2019 vergangen ist und wie viel sich in diesem Jahr getan hat und was ich nicht alles erlebt habe.

Ich möchte an dieser Stelle einfach mal allen Menschen Danke sagen, die mich auf meinem Weg durch Deutschland und auf meinem Weg mit Trees of Memory begleitet haben. Allen voran allen Vereinsmitgliedern und auch insbesondere den Vorständen, die allesamt so eine unglaublich wertvolle Arbeit leisten und den Verein TREES of MEMORY e.V. quasi von 0 auf 100 auf die Rennstrecke katapultiert haben. Aus der idealistischen Grundidee, um mich Größenwahnsinnigen zu unterstützen, wurde eine Gemeinschaft, die Menschen in größter seelischer Not unterstützt. Daraus wurde ein Verein, der mittlerweile, aufgrund seiner Mitglieder, tatsächlich international wurde. Daraus wurde eine Vision, die immer weiter wächst. Aus dem kleinen durchgeknallten Samen wurde ein Baby, das schnell laufen konnte und nun als Jugendlicher in die weite Welt zieht und ich könnte morgen sterben und ich wüsste, dass neben den vielen gepflanzten Bäumen etwas bleibt. Etwas das gut ist, etwas das Menschen beisteht und hilft, etwas das viel größer ist, als dass ich es jemals für möglich gehalten hätte. Etwas das mich hoffentlich auch immer überdauern wird. Das ist ein Geschenk des Lebens, des Universums oder auch Gottes, das größer und schöner und wertschätzender nicht sein könnte. Dafür einfach nur DANKE.


Ich habe in diesem Jahr sehr viel lernen dürfen und sehr viel erfahren. Zum Beispiel, dass die Sachsen gar nicht so arschig sind, wie man immer behauptet, dass ich dort echt tolle und großzügige Menschen begegnet bin, die meinen Aufenthalt und mein Leben echt bereichert haben. Das gilt eigentlich für gesamt Ostdeutschland und ich fürchte mich bereits jetzt ein wenig vor der Ignoranz, die mir in Westdeutschland so häufig begegnet ist und hoffe, dass die Süddeutschen so offen, so neugierig, so warmherzig wie die Ostdeutschen sind und dass ich auch auf den nächsten 1500 km wieder unfassbar tollen Menschen begegnen werde. Ich habe gelernt, dass an deutscher Bürokratie kein Weg vorbei führt und den Ämtern ToM echt scheißegal ist, wenn man etwas macht, was vorab nicht abgeklärt ist. Ich habe auch gelernt, dass die Macht der öffentlichen Medien und deren Reichweite extrem überbewertet wird und es trotzdem immer wieder mal enorme Ausreißer gibt und ich nicht aufgeben werde einen Herrn Lanz oder so anzubaggern, damit unser Weg auch endlich mal die große Bühne erreicht, denn nur so können wir noch viel mehr Menschen erreichen. Ich habe gelernt, dass ich Hilfe brauche bei der Pressearbeit und vor allem einen Profi, der hilft Sponsoren zu finden. Vielleicht liest das hier ein solcher Profi? Ich habe gelernt, dass der gute Wille im Menschen und das Gute im Menschen immer die Oberhand haben wird, ganz gleich was irgendwelche Arschkrampen erzählen. ich habe gelernt, dass das Leben immer wieder Überraschungen bereit hält und ich plötzlich feststellen durfte, konnte oder auch musste, dass ich plötzlich wieder verliebt war, womit ich nun so gar nicht gerechnet hätte. Das hat mein Leben nicht nur bereichert, sondern mir auch wieder viel Hoffnung gemacht. Plötzlich war wieder Licht im Leben, das so lange von tieftrauriger Dunkelheit umgeben war. Ein Licht, das für jeden von uns früher oder später wieder leuchten wird. Ich habe gelernt, dass wir loslassen dürfen ohne dabei etwas zu verlieren. Und mit meiner neuen Berufung des Trauerredners habe ich mir wieder mal beweisen können, dass wenn in mir ein Feuer brennt und der Glaube an das, was ich tue unerschütterlich ist, der Plan aufgeht und die Idee funktioniert und sich das Leben wieder mal so gestaltet, wie man es braucht und die passenden Menschen zur richtigen Zeit über den Weg laufen und so vieles mehr. Ich tüftle immer noch an einer Idee, die einige von Euch am Kragen packt und schüttelt und Euch wach küsst und Euch den Mut einhaucht endlich euren Herzen, Euren Ideen und Euren Visionen zu vertrauen und Euch blind aber nicht kopflos ins Abenteuer zu stürzen. ES WIRD FUNKTIONIEREN! Ich weiß wirklich nicht, was ich noch alles tun muss um wieder und wieder zu beweisen: da schaut her, es geht. Glaubt an Euch und nicht an die Zweifler, folgt Eurem Herzen und nicht denjenigen, die Euch neiden, die Euch kleinmachen wollen, die Euch nichts zutrauen oder die Euch hassen und nichts unversucht lassen Euch zu schaden. Solche Personen, die in Ihrer Trauer und in Ihrem Schmerz sich selbst vergessen gibt es ja auch in meinem Leben, wie ihr wisst. Solche Menschen schaden auf lange Sicht nur sich selbst, weil sie den Schmerz mit Hass am Leben erhalten, weil es Ihr einziger Trost ist, ihr einziger Weg um mit dem Verlust umzugehen. Wenn ihr jedoch Eurem Weg folgt, dann werdet ihr etwas spüren, das ich auch selbst für kaum möglich gehalten habe. Etwas das Frieden in das eigene schmerzerfüllte Herz pflanzt.


Im Sommer wurde ich mal als der „Messias des Lebens“ bezeichnet. Das war nicht positiv gemeint und bei mir kam es auch nicht positiv an, weil das bin ich nicht. Ich will nicht missionieren. Ich habe sehr schnell erkennen müssen, dass ich nicht derjenige bin, der jeden erreichen kann. Selbstverständlich wird das was ich tue bei schwerst depressiven Menschen an ihrer Wand der Verzweiflung und Krankheit abprallen, ja nicht mal wahrgenommen werden. Aber ich glaube fest daran, dass es vielleicht doch den einen oder anderen gibt, dem ich irgendwie Mut machen kann. Ich glaube auch fest daran, dass ich die Gesunden erreichen kann, die sich ihrer Möglichkeiten bewusst werden, um Freunden und Verwandten in seelischer Not zu unterstützen. Ich glaube fest daran, dass der Verein und auch ich, Menschen in der schlimmsten Not ihres Lebens, eine Tür ins Licht öffnen können. Ich glaube fest daran, dass wenn Du es willst, wir es zusammen schaffen können. Ich glaube fest daran, dass auch die Mütter, die Ihre Söhne verloren haben eines Tagen wieder einen Weg finden werden, auf dem sie den Schmerz des Verlustes in einer Kraft verwandeln können, die Berge versetzt und Positives bewirkt. Ganz gleich was ihnen noch alles widerfahren wird, ganz gleich wie sehr sie den Finger im Zorn auf Unschuldige richten, ganz gleich wie groß die Wunde auch ist. Ich glaube fest daran, dass das was uns widerfahren ist zutiefst ungerecht ist und niemand von uns verdient hat. Aber ich bin mir sicher, dass es auch eine Prüfung ist, die zu einem größeren Etwas gehört und wir nur erleben müssen, was wir auch wirklich händeln können. Warum? Wieso? Weshalb? Diese Fragen werden wir in diesem Leben nicht beantwortet bekommen. Es ist ok keine Hoffnung zu haben, die hatte ich auch nicht mehr. Es ist aber nicht ok, keine Hoffnung mehr zuzulassen und den Glauben zu verlieren. Ich habt keine Ahnung, wie verletzlich ich tief in mir drin bin und wie sehr es mir regelmäßig das Herz in tausend Stücke reißt, wenn ich von Menschen betrogen, belogen, getriggert und enttäuscht werde und wenn ich empathielosen Arschgeigen begegne, denen alles scheißegal ist. Und ich sage mir immer: Wenn ich das kann, dann können das ganz viele andere da draußen auch. Wenn ich noch immer heulend in der Ecke sitze und trotzdem am Tag drauf mit einem ehrlichen fetten Grinsen auf die Straße gehen kann, dann können das ganz viele auch. Wenn ich meine Träume verwirklichen kann, dann können das ganz viele da draußen auch. Wenn ich es schaffe nur einem einzigen auf meinem Weg wieder Mut und Licht ins Leben zu bringen, dann können das ganz viele andere da draußen auch. Wenn ich fallen kann und wieder aufstehe, dann können das ganz viele auch. Wir haben allesamt keine Ahnung zu welche großen Taten wir fähig sind und mit welchen guten Kleinigkeiten wir die Welt um uns rum ein kleines Stück besser machen können. Ich fühle das immer und denke mir oder weiß: „Mein Gott, ich kratze nur an der Oberfläche, was mag da sonst noch möglich sein?“.


Und seit ich als Trauerredner arbeite wird mir jeden Tag bewusst, wie wichtig es ist, mit sich selbst im Reinen zu sein und seinen ureigenen Weg gegangen zu sein. Nichts ist es wert, nicht gemacht zu werden oder auf später verlegt zu werden, weil schon in 5 Minuten Du tot vor meinen Zeilen zusammenbrechen könntest. Es ist es nicht wert in einem Leben zu verharren, das Dich totunglücklich macht, weil schon in fünf Minuten ist es vielleicht das Einzige, was Du jemals erlebt hast.


Und was ich ebenfalls gelernt habe ist die Tatsache, dass wirklich glückliche Menschen, also die mit sich selbst glücklich sind, wirklich Mangelware sind. Die meisten Menschen bauen ihr Glück auf anderen Menschen auf. Damit werden sie zu Sklaven. Sie sind nicht frei. Scheitern ihre Glücksmenschen, werden sie mit in die Tiefe gerissen, aus denen Sie nicht mehr raus kommen oder nur noch dauerhaft geschädigt. Sei wer und sei glücklich mit Dir, dann wird Dir auch der größte Schmerz nicht auf Dauer, das Leben unter den Beinen wegreißen können.


Ich habe gestern bereits gefragt und mache es jetzt einfach nochmals: Woher willst Du wissen, dass es nicht besser wird, wenn Du Dein Leben veränderst?

In diesem Sinne: Ein dickes Dankeschön, eine dicke Umarmung, einen guten Rutsch, viel Erfolg im neuen Jahr und ganz viel Zuversicht, Glauben, Wissen und Gesundheit Euch allen und ich würde mich freuen, Euch wieder zu begegnen, mit Euch zu wandern, Euch zuzuhören.

Lieber Gruß Mario

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