Eine Bucketlist hat definitiv dabei geholfen, mein Leben langfristig zu retten
- Mario Dieringer
- 17. Nov. 2024
- 4 Min. Lesezeit

Eine Bucketlist kann in der Bewältigung von Depressionen ein mächtiges Werkzeug sein, weil sie die innere Perspektive von der Dunkelheit der gegenwärtigen Situation auf positive Zukunftsaussichten lenken kann. Selbst als ich die sechs Monate im Krankenhaus war hatte ich eine solche Liste und setzte nach drei Monaten den Wunsch darauf Gleitschirmflieger zu werden. Noch während meiner Behandlung machte ich einen Termin mit der Flugschule und am ersten Wochenende nach der Entlassung ging es los. Kurze Zeit später, vollgepumpt mit Medikamenten hing ich das erste Mal am Schirm. Vielleicht bin ich sogar der einzige Pilot der seinen Flugschein mit Tavorpillen bestanden hat. Aber ihr wisst ja "Geht nicht, gibt es nicht bei mir.
Jetzt habe ich vom Eisenerzzug quer durch die Sahara gelesen auf dem jeder kostenlos die 700 km lange Strecke mitfahren kann. Ein großes Abenteuer und eine definitiv harte Prüfung für den Körper und die Seele. Auf meiner Liste für die Zeit nach dem Lauf um die Welt steht nicht viel. Nur so Zeugs, wie
- mit dem Segelboot durch die Südsee schippern
- ein original Maori Tattoo bekommen
- Am Krater eines aktiven Vulkanes stehen
- mit dem Kajak den kompletten Amazonas entlang
- eine Luxussafari in Botswana
- einen Winter lang in einer Hütte in Kanada oder Finnland verbringen
- eine tagelange Schlittenhund Tour machen
... packe ich jetzt also etwas Neues hinzu:
- mit dem Eisenerzzug durch Mauretanien
Eine Bucketlist voller erreichbarer Träume kann Dir helfen einen Weg aus dem Depressionen zu finden, wenn du das Erreichen dieser Ziele auch wirklich vor hast. Hier sind einige konkrete Wege, wie eine Bucketlist dabei helfen kann, aus dem Tal der Depressionen herauszukommen:
1. Neue Ziele und Hoffnung schaffen
Eine Depression bringt oft das Gefühl mit sich, in einem endlosen Stillstand zu verharren, ohne eine Zukunftsperspektive. Eine Bucketlist schafft Hoffnung, indem sie klare, erreichbare Ziele formuliert. Sie zeigt, dass es immer noch Dinge gibt, die im Leben Freude bereiten oder Neugier wecken können – sei es eine Reise, ein neues Hobby oder eine Begegnung. Die Liste gibt dem Leben wieder Struktur und Sinn, was in depressiven Phasen verloren gegangen ist.
2. Selbstwertgefühl stärken
Das Setzen und Erreichen von Zielen, egal wie klein sie sein mögen, kann das Selbstwertgefühl erheblich steigern. Jedes Abhaken eines Punktes auf der Liste – sei es das Ausprobieren eines neuen Rezepts oder das Besuchen eines lange ersehnten Ortes – bietet einen Moment des Erfolgs und der Selbstbestätigung. Gerade in Zeiten, in denen die eigene Selbstwahrnehmung durch die Depression getrübt ist, kann dieser Erfolg das Bild von sich selbst verbessern.
3. Fokus auf das Positive lenken
Depressionen haben die Tendenz, das Leben durch eine düstere Brille zu betrachten. Eine Bucketlist erfordert jedoch, sich mit den Dingen auseinanderzusetzen, die positiv und erstrebenswert sind. Die Liste lenkt den Fokus weg von negativen Gedanken hin zu den schönen, aufregenden oder interessanten Aspekten des Lebens. Sie erinnert daran, dass trotz aller Herausforderungen noch Wünsche und Träume existieren.
4. Struktur und Routine schaffen
Eine Bucketlist kann helfen, wieder Struktur und einen Tagesablauf in das Leben zu bringen, was bei Depressionen häufig schwerfällt. Indem man sich regelmäßig kleinen oder größeren Zielen auf der Liste widmet, kommt man aus dem Stillstand heraus. Diese Struktur gibt dem Alltag eine Richtung, die es leichter macht, aktiv zu bleiben und den Tag nicht passiv verstreichen zu lassen.
5. Neue Erfahrungen machen und aus der Isolation treten
Depressionen gehen oft mit sozialer Isolation und einem Rückzug aus dem gesellschaftlichen Leben einher. Einige Punkte auf der Bucketlist können dazu anregen, wieder Kontakte zu knüpfen oder soziale Aktivitäten zu unternehmen. Ob es eine gemeinsame Reise, ein Besuch eines Events oder einfach das Ausprobieren eines neuen Hobbys ist – diese Aktivitäten helfen, die Isolation zu durchbrechen und sich wieder mit der Außenwelt zu verbinden.
6. Kreativität und Neugier wiederentdecken
Eine Bucketlist bringt die Möglichkeit, kreativ zu werden und sich Dinge zu überlegen, die einen neugierig machen oder inspirieren. Sie kann ein Ausweg aus dem eintönigen Denken der Depression sein, indem sie neue Perspektiven eröffnet und Räume für Fantasie und Entdeckungen schafft. Das Erstellen der Liste selbst kann schon der erste Schritt sein, sich aus der geistigen Starre zu befreien.
7. Langfristige Ziele setzen und sich auf das Leben konzentrieren
Für Menschen mit Depressionen kann es eine Herausforderung sein, in die Zukunft zu blicken. Eine Bucketlist kann dabei helfen, langfristige Ziele zu setzen und sich wieder auf das Leben zu konzentrieren. Selbst das Planen eines großen Traums, wie etwa eine Weltreise oder das Erlernen einer neuen Fähigkeit, gibt den Gedanken eine neue Richtung – weg von der Dunkelheit hin zu einer Zukunft, die mit positiven Erlebnissen gefüllt ist.
8. Selbstreflexion und Achtsamkeit
Das Nachdenken über die Dinge, die man im Leben erreichen oder erleben möchte, fördert die Selbstreflexion. Es regt an, sich mit den eigenen Wünschen und Bedürfnissen auseinanderzusetzen, was im Zustand der Depression oft verloren geht. Dadurch entwickelt sich eine tiefere Achtsamkeit für das eigene Wohlbefinden und die Frage, was wirklich wichtig ist.
Eine Bucketlist kann ein kraftvolles Instrument sein, um aus dem Tal der Depressionen herauszufinden, da sie neue Ziele setzt, das Selbstwertgefühl stärkt, den Fokus auf das Positive lenkt und Struktur in den Alltag bringt. Sie zeigt, dass das Leben, trotz seiner Herausforderungen, weiterhin viele wertvolle Momente und Erlebnisse bereithält. Der Weg aus einer Depression ist zwar lang, aber eine Bucketlist kann dabei ein motivierendes Licht am Ende des Tunnels sein.




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