TREES of MEMORY e.V.

Wenn es um Suizid, Suizidprävention und Depressionen geht, tun sich viele Fragen auf, die ich hier nach bestem Wissen, eigenen Erfahrungen und gewissenhafter Recherche, nach und nach,  beantworte.

1. Gibt es Warnsignale für einen bevorstehenden Suizid?

Ein Suizid ist nicht wirklich vorhersehbar aber es gibt Anzeichen, die darauf hindeuten können. Erschwert wird das Ganze dadurch, dass Betroffene suizidale Aussagen bagatellisieren oder sogar verleugnen. Mein Partner sagte immer: "Ach, das habe ich schon seit ich 16 bin und es ist immer gut gegangen". Ein Suizid ist oft auch eine Kurzschlusshandlung, die ohne Vorzeichen plötzlich durchgeführt wird. Anzeichen werden leider nicht immer als ernsthafte Absicht erkannt. 
 

Psychische Anzeichen können sein:

  • langanhaltende Traurigkeit in Verbindung mit fehlenden Zukunftsperspektiven und tiefer Hoffnungslosigkeit

  • langanhaltende depressive Verstimmungen / Krisen

  • aggressives und gereiztes Verhalten in Verbindung mit Wut

  • mangelnde Gesprächsbereitschaft

  • die Idee eines Suizides nimmt Formen an und man distanziert sich immer weniger von der Möglichkeit, dass ...

  • neurotisches Verhalten, evtl. auch Zwangshandlungen

  • Betroffene ziehen sich mehr und mehr aus der Gesellschaft und dem Freundeskreis zurück 

  • Zunehmende Schuldgefühle und damit einhergehende Selbstabwertung

  • Betroffene empfinden ihre Innenwelt als Gefängnis und negativ

  • Risikobehaftetes Verhalten, wie z.B. extrem aggressives Autofahren. wir kennen die Frage, ob man lebensmüde sei, dieses oder jenes zu tun. 

  • Immer öfter fallen Sätze wie zum Beispiel "Bald seit ihr mich los", "An mich erinnert sich eh keiner", "Ich bin doch eh nichts wert", "ich falle Euch doch ohnehin nur zur Last" usw. 

  • Vernachlässigung psychischer und physischer Erscheinung. Betroffene kümmern sich immer weniger um sich selbst. 

  • Veränderung der Essgewohnheiten (Gar nichts mehr essen oder Essattacken) 

  • extreme Schlaflosigkeit

  • Konzentrationsstörungen und nachlassen beruflicher oder schulischer Leistungen

  • Aufgabe von Hobbies

  • Gefühl des gelähmt seins und den Arsch für nichts mehr hoch zu bekommen

  • Körperliche Symptome wie Magen- oder Kopfschmerzen und dauerhafte Müdigkeit nehmen zu. 

  • Lob, Tadel, Komplimente usw. kommen nicht mehr an

  • Freudlosigkeit beim Erhalt von Geschenken

  • Betroffene fangen an Dinge zu verschenken, quasi eine Art von Vererben oder um "aufzuräumen".

  • Abbrechen von Freundschaften ohne Grund

  • extreme Stimmungsschwankungen, insbesondere wenn nach schwerer depressivere Krise ein extremes Hochgefühl auftritt. 

  • gesteigertes Interesse an Tod, Jenseits, Gott

  • geringe Frustrationstoleranz  

  • hohe Kritikempfindlichkeit

  • belastende Situationen werden subjektiv wesentlich schlimmer empfunden, als sie bei objektiver Betrachtung sind.

  • immer häufiger und drängendere Suizidgedanken

Besonders aufhorchen sollte mann, wenn

  • es in der Vergangenheit bereits Suizidversuche oder extremes psychisches Verhalten, wie zum Beispiel Selbstverletzungen etc. gab.

  • es Suizide oder Suizidversuche in der Familie gab.

  • Suchterkrankungen eine Rolle spielen (Alkohol, Drogen, Medikamente, Spielsucht)

  • traumatische Erlebnisse in der Kindheit oder Vergangenheit stattfanden (z.B. Gewalttätige Eltern oder Verlust einer wichtigen Person)

  • finanzielle Sorgen, Scheidung, Umzug, Erfolgsdruck, Gewalterfahrungen vorliegen

  • körperliche Erkrankungen die Lebensqualität stark beeinträchtigen

  • es im Alter zu einer zunehmenden Vereinsamung kommt

  • andere psychische Störungen, wie zum Beispiel Schizophrenie auftreten. 

 

 

Es gibt leider zwei problematische Faktoren im Umgang mit Menschen, die Suizidalität vermuten lassen:

1. Die Weigerung eine Kombination an Symptomen als problematisch und Behandlungswürdig anzuerkennen.

2. Das Umfeld reagiert auf denjenigen, der sich öffentlich Sorgen macht, abwertend und unterstellt, dass man Geister sähe. 

 

Wenn Ihr Freunde oder Verwandte habt, von denen ihr glaubt, dass sie suizidal sind, dann bietet ihnen konstant eure Hilfe an, bedrängt sie nicht aber lasst Euch auch nicht abwimmeln. Macht klar, dass ihr Euch Sorgen macht und denkt daran, dass ein Menschenleben wichtiger ist, als das negative Herabwürdigen eurer Person, durch das Umfeld. Sollte es tatsächlich zu einem Suizid kommen, ist es für die eigene psychische Gesundheit wichtig zu wissen, alles erdenkliche getan zu haben. Was wenn Du Recht gehabt hast und nichts unternommen hast, weil Deine Kumpels meinten: "Ach, der oder die wird schon wieder. Alles halb so schlimm"? 
Wenn du an Dir selbst einige der aufgelisteten Dinge beobachtest, dann vertraue dich einem Freund an und begib dich in Behandlung. Lieber ein paar Stunden bei einem Psychologen, auch wenn es im Nachgang nichts Ernsthaftes war, als in einem halben Jahr tot zu sein. 

2. Was macht ein Suizid mit den Angehörigen?

3. Kann man als Angehöriger nach einem Suizid, wieder Ja zum Leben sagen? 

4. Warum lohnt sich Suizidprävention?

5. Welchen Unterschied gibt es bei der Wahrnehmung eines Suizides? 

6. Wie kann man Menschen mit Suizidgedanken helfen? 

7. Warum spreche ich von Suizidopfern?

8. Kann man Angehörigen nach einem Suizid helfen? 

9. Warum ist Selbstmord der falsche Begriff? #esheisstsuizid

10. Ist der Suizid ein freier Wille, eine eigene Entscheidung?
      (Video is in English)